Kita digital – René Dankowski über den Test der Kita-Info-App

Die Kita Weseler Straße der Diakonie Düsseldorf testet als Pilot-Einrichtung die Kita-Info-App und wurde dafür bereits mit dem Innovationspreis der Diakonie Düsseldorf ausgezeichnet.

Was die App kann und welche Auswirkungen sie auf den Arbeitsalltag der Kita-Mitarbeitenden hat, haben wir den Leiter der Kita René Dankowski im Interview gefragt.

Warum überhaupt eine App für eine Kita?

Wir haben bei einer Elternversammlung die Anregung dazu bekommen. Bisher hatten wir nur Elternpostkästen, die nicht von allen regelmäßig geleert wurden und Informationsaushänge, die nicht von allen gelesen wurden. Die Eltern hatten verschiedene Ideen zur Lösung, darunter eine App.

Und wie sind Sie auf die Kita-Info-App aufmerksam geworden?

Herr Wand hatte einmal gesagt: „Wenn Sie Ideen haben, um Informationen oder Kommunikation in den Einrichtungen zu verbessern, dann bitte gerne an mich“. Das habe ich gemacht. Herr Herrndorf vom Büro für soziale Innovation hat sich dann mit der Kita-Info-App zurückgemeldet. Den Anbieter kannte ich schon und dadurch ist der Stein wohl ins Rollen geraten.

War die Einführung viel Aufwand?

Ja war sie. Gegen Ende November hatten wir die App auf den Weg gebracht, damit wir im Januar starten konnten. Also habe ich den Dezember dazu genutzt, alle Eltern morgens einzeln anzusprechen und darüber zu informieren, zwei Infoveranstaltungen zu organisieren und für die App zu werben. Jetzt sind alle Familien in der Kita-Info-App angemeldet.

Was sind die Kernfunktionen der App, wofür nutzen Sie diese?

Also erstes können Nachrichten an die Eltern versandt werden. Das kann sowohl in Gruppen, als auch in Einzelnachrichten geschehen. Wenn ich zum Beispiel eine Nachricht für die zukünftigen Schulkinder schicken möchte, kann ich diese nur an diese Gruppe aussenden. Das macht vieles einfacher.

Der zweite große Vorteil ist, dass die Eltern keine Rückmeldescheine mehr vorbeibringen müssen. Haben wir zum Beispiel eine Elternveranstaltung, kann ich in der App die Teilnahme abfragen und die Eltern können ankreuzen, wann sie kommen. Ich muss dann nicht mehr die ganzen Anmeldezettel durchschauen, sondern bekomme direkt eine Liste der Teilnehmenden. Außerdem kann ich sehen, welche Eltern die Nachricht noch nicht gelesen haben und sie darauf aufmerksam machen.

Dort ist sogar eine Unterschriftenfunktion eingefügt. Das heißt, wenn ein Kind beispielsweise von einer anderen Familie abgeholt werden soll, weil die Eltern es zeitlich nicht schaffen, können die Eltern digital eine Abholberechtigung unterscheiben.

Auch sehr gut ist die integrierte Terminkalender-Funktion. Die Eltern können auf den Kita-Jahreskalender zugreifen und sind dementsprechend informiert, was in der Kindertageseinrichtung los ist. Vor allem können sie die Termine dann abrufen, wenn sie dafür Zeit haben. Es nimmt ihnen morgens einiges an Stress, nicht schauen zu müssen, was auf den neuen Aushängen steht.

Was ich persönlich noch gut finde ist, dass die Eltern nicht zurückschreiben können. Einer Chatfunktion hätte ich für diese Einrichtung nicht zugestimmt. Wir wollen weiterhin persönlichen Kontakt.

Die Eltern können Kinder auch in Abwesenheit setzen, wenn sie in den Urlaub fahren, oder wenn das Kind krank ist. Und das machen sie auch. Es ist für sie und für uns einfacher, wenn beispielsweise die Telefonleitung besetzt ist.

Dann gibt es noch den Speiseplan. Den können die Eltern auch einsehen. Der wird wöchentlich hinterlegt und kann abgerufen werden.

Sehr wichtig ist die Flexibilität, die diese App bietet. Wenn wir morgen einen Ausflug machen wollen und die Kinder diverse Dinge dafür benötigen, dann können wir den Eltern direkt Bescheid geben. Der Großteil der Eltern ist darüber sehr gut informiert. Das ist der allergrößte Vorteil, den ich in der App sehe.

Hat sich dadurch für Ihren Arbeitsalltag etwas verändert?

Auf jeden Fall. Die App ist schon ein wichtiges Tool im Alltag geworden. Normalerweise drucke ich eine Einladung 60 Mal aus, schreibe die Namen darauf, muss sie in die Postkästen geben oder bei ganz wichtigen Themen jemanden aus dem Team abstellen, um die Zettel an die Eltern zu verteilen. Und das fällt alles weg. Es nimmt viel Druck, weil ich sehen kann, wer meine Nachricht gelesen hat und wer nicht. Der gesamte Arbeitsaufwand ist viel geringer und ich erreiche trotzdem mehr Familien.

Wie sieht es denn mit der Akzeptanz aus. Sie haben gesagt, die Eltern sind alle dabei. Aber was sagen die Kolleg*innen dazu?

Spannend ist, dass diese App nicht nur den Eltern die Möglichkeit zu kommunizieren bietet, sondern auch Mitarbeitenden der Kindertagesstätte. Während der Arbeitszeit geht das aber oft nicht, wir können hier im Haus nicht mit dem Smartphone herumlaufen. Wir haben intern darüber gesprochen und etwa zwei Drittel aller Mitarbeitenden sind momentan freiwillig dabei.

Ich habe dadurch auch die Möglichkeit, den Mitarbeitenden Nachrichten mit wichtigen Infos zu schicken, wie Vorschläge für Fortbildungen oder den Kita-Newsletter. Der ein oder andere ist auch mal unterwegs, will einen Termin ausmachen – und kann jetzt auf den Kita-Kalender zugreifen und sich sogar Termine in den eigenen Kalender übertragen.

Sehen Sie Nachteile in der App?

Aktuell noch nicht. Wenn wir etwas haben, werden wir das aber sammeln.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Plan ist, am Ende des Jahres zu schauen, was die App wirklich gebracht hat und wie stark der Papierverbrauch über das Jahr zurückgeht. Und alles einmal gegenzurechnen. Ich weiß ja was die App den Träger kostet, für die Eltern ist sie natürlich kostenlos.

Im Moment ist es ein absoluter Mehrwert für uns hier in der Einrichtung. Wenn sich das mit der Kommunikation für das Team etablieren würde, wäre das ein sehr gutes Ziel. Wir würden uns freuen, wenn wir weiterhin positive Rückmeldungen durch Eltern bekommen. Und wenn alles klappt, wäre es toll, wenn alle Kitas der Diakonie die App bekommen würden.

Wenn Sie anderen Kitas für die Einrichtung einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

Sich trauen, sich nicht erschrecken lassen, weil es eigentlich sehr leicht einzurichten ist und der Umgang damit auch sehr einfach ist. Vielleicht überlegt sich die Diakonie ja auch eine eigene App zu machen. Wer weiß, was da noch kommen wird. Ich bin da positiv.

Interview: Stefanie Eß, Diakonie Düsseldorf / Büro für Soziale Innovation

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